Energie
effizienz

Wenn wir heute über nachhaltiges Bauen sprechen, ist die Energieeffizienz meist der erste Begriff, der uns einfällt. Doch der Weg hierhin war lang und steinig. Fast 50 Jahre hat es gedauert – von den ersten Ölpreiskrisen in den 1970er Jahren bis heute –, bis das Thema nicht mehr nur in Nischen diskutiert wurde, sondern endlich in der breiten Masse der Bauwirtschaft angekommen ist.

Zwar wusste man schon damals, dass fossile Brennstoffe endlich sind und Gebäude einen riesigen Hunger nach Energie haben. Doch jahrzehntelang wurde Energieeffizienz oft als „nice-to-have“ oder als reine Zusatzkost betrachtet. Gesetze waren locker, Energie war billig und die Klimafolgen schienen weit weg.

Durch den massiven Anstieg der Energiekosten und die Verschärfung der Klimaziele ist Energieeffizienz vom fernen Ideal zur harten wirtschaftlichen Notwendigkeit geworden. Das spiegelt sich auch in der Entwicklung der Gesetzgebung wieder, die immer weiter verschärft und um Betrachtungsebenen ergänzt wurde.

Was bedeutet Energieeffizienz heute?

Für ein modernes, nachhaltiges Haus bedeutet Energieeffizienz weit mehr als nur eine dicke Dämmschicht. Es geht um ein intelligentes Zusammenspiel von 3 Faktoren:

Vermeidung: Wie minimieren wir den Bedarf durch die richtige Architektur, Ausrichtung zur Sonne und eine dichte Gebäudehülle?

Effizienz: Wie nutzen wir die benötigte Energie so sparsam wie möglich (z.B. durch moderne Wärmepumpen oder Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung)?

Erzeugung: Wie produzieren wir die restliche Energie direkt am Haus, beispielsweise durch Photovoltaik?

Lange Zeit galt das Motto: „Viel hilft viel“ – man hat Häuser regelrecht in Styropor eingepackt. Im modernen nachhaltigen Bauen gehen wir einen Schritt weiter. Wir fragen nicht nur: „Wie viel Energie verbraucht das Haus beim Heizen?“, sondern auch: „Wie viel Energie steckt bereits in der Technik und den Dämmstoffen selbst?“

Der Primärenergiebedarf

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Der Primärenergiebedarf ist die Gesamtmenge an Energie, die benötigt wird, um den Endenergiebedarf eines Gebäudes (Heizung, Warmwasser, Strom) zu decken, einschließlich aller vorgelagerten Verluste bei Gewinnung, Umwandlung und Transport der Energieträger wie Erdöl, Erdgas oder Kohle.

Nicht nur die Menge, sondern auch die Art der Energiequelle spielt also eine Rolle. Sonnenenergie ist fast „kostenlos“, während Gas eine schlechte Bilanz hat, weil es erst gewonnen und verbrannt werden muss.

 

Je niedriger diese Zahl, desto besser für Ihr Zertifikat und die Umwelt.

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Der Transmissionswärmeverlust

Dieser Begriff zielt auf die Dichtigkeit der Gebäudehülle ab: Wie viel Wärme entweicht durch Wände, Fenster und das Dach nach draußen?

Gemessen wird also die Qualität der Gebäudehülle und somit der Wärmeschutz. Je weniger Wärme verloren geht, desto kleiner (und damit günstiger) kann die Heizungsanlage sein.

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Der U-Wert

Der U-Wert ist ein Maß für die Dämmkraft und sagt aus, wie gut ein einzelnes Bauteil oder Material dämmt.

Je kleiner der U-Wert, desto besser dämmt das Material.

Das kleine Einmaleins der Energieeffizienz

Nachdem wir nun wissen, warum wir 50 Jahre gebraucht haben, um Energieeffizienz ernst zu nehmen, schauen wir uns an, wie wir sie heute präzise messen. Denn nur was man messen kann, kann man auch verbessern. Die folgenden Begriffe bilden das Fundament, auf dem jede moderne Ökobilanz und jede staatliche Förderung steht.

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Die Wärmebrücke

Eine Wärmebrücke ist eine Schwachstelle in der Gebäudehülle, an der Wärme schneller nach außen entweicht als durch die angrenzenden Bauteile, weil die Dämmung unterbrochen oder unzureichend ist, oft durch Bauteilgeometrie (Ecken) oder Materialwechsel (Stahlbeton, Fensterrahmen) verursacht. Diese erhöhten Wärmeverluste führen zu höherem Energieverbrauch und kälteren Oberflächen im Winter. Das kann die Schimmelbildung und Unbehaglichkeit begünstigen. 

Das ist das Kernelement des nachhaltigen Bauens. Es ist die Energie, die für die Gewinnung, den Transport und die Herstellung der Baustoffe sowie die Entsorgung aufgewendet werden muss.

Das Paradoxon: Ein extrem gedämmtes Haus kann eine super Energieeffizienz im Betrieb haben, aber wenn die Dämmstoffe in der Herstellung extrem viel Energie verbraucht haben, ist die Gesamtbilanz (Ökobilanz) oft schlechter als gedacht.

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Die Graue Energie

Diese Begriffe sind unter anderem die Bausteine für Ihre Fördergelder. Die KfW-Bank oder das QNG-Siegel stellen nur dann einen günstigen Kredit aus, wenn die Werte bei Primärenergie und Wärmeverlust bestimmte Grenzen unterschreiten.

 

Auf den ersten Blick klingen diese Fachbegriffe vielleicht abschreckend, aber im Kern geht es dabei um 2 einfache Fragen:

Wie behalten wir die Wärme im Haus (Hülle) und wie erzeugen wir den Rest so sauber wie möglich (Technik)?

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