
Ressourcen
schonung
Im Kern lässt sich Ressourcenschonung im Bau ganz einfach zusammenfassen:
Sparsamer und klüger mit den Schätzen unserer Erde umzugehen.
Jedes Gebäude benötigt Unmengen an Rohstoffen – Sand, Kies, Erze, Holz und Wasser. Da diese Vorräte auf unserem Planeten begrenzt sind, müssen wir so bauen, dass wir die Umwelt so wenig wie möglich ausbeuten.
Um das zu erreichen, gibt es 3 Prinzipien, denen man im Bau folgen kann:
Am Anfang eines Projektes sollte man sich fragen, welcher Bedarf wirklich besteht.
Muss es z.B. ein kompletter Neubau sein, oder lässt sich ein bestehendes Gebäude sanieren? Können Bauteile schlanker konstruiert werden, ohne die Stabilität zu gefährden? Jeder weggelassene Kubikmeter Beton oder anderes Material schont die Rohstoffvorkommen.
Ressourcenschonung endet nicht beim Einzug. Man soll so bauen, dass das Haus nach der Nutzung kein Müllhaufen ist, sondern vielmehr ein Ersatzteillager. Wenn Materialien nach dem Abriss einfach wiederverwendet werden können, müssen für das nächste Haus keine neuen Ressourcen abgebaut werden.
Die richtige Wahl
Weniger ist mehr
Im Kreislauf denken
Statt endliche Rohstoffe wie Kies und Erdöl (für Kunststoffe) zu nutzen, soll der Fokus wir nachwachsende Rohstoffe (wie Holz, Stroh oder Hanf)
oder auf Sekundärrohstoffe (Recyclingmaterialien) gelegt werden.
So lassen wir die natürlichen Vorräte im Boden.
Cradle to Cradle
„Cradle-to-Cradle“ (kurz C2C) bedeutet wörtlich übersetzt „von der Wiege zur Wiege“. Es ist das radikale Gegenmodell zu unserer aktuellen „Wegwerfwirtschaft“ (von der Wiege zur Bahre).
Beim Bauen nach dem C2C-Prinzip gibt es im Idealfall keinen Abfall mehr, sondern nur noch wertvolle Nährstoffe, die in ewigen Kreisläufen zirkulieren.
Materialien wie Holz, Lehm, Hanf oder biologische Textilien sind so schadstofffrei verarbeitet, dass sie am Ende ihrer Nutzung theoretisch kompostiert werden könnten. Sie kehren als Nährstoffe in die Natur zurück.
Materialien wie Stahl, Glas oder bestimmte Kunststoffe können nicht kompostiert werden. Im C2C-Prinzip werden sie aber so verbaut, dass sie nach Jahrzehnten sortenrein zurückgewonnen und ohne Qualitätsverlust zu neuen Produkten eingeschmolzen werden können. Das Gebäude ist also ein Rohstofflager.
Bauteilbörse
Was passiert mit den Fenstern, Türen oder den hochwertigen Holzdielen, wenn ein Gebäude umgebaut oder abgerissen wird? Viel zu oft landen diese wertvollen Ressourcen im Schuttcontainer.
Bauteilbörsen verhindern das, indem sie gebrauchte, aber funktionsfähige Bauteile retten und an neue Besitzer vermitteln.
Wie funktioniert das?
Bauteilbörsen sammeln Bauteile aus Rückbauprojekten, prüfen deren Zustand und bieten sie zum Verkauf an.
Dabei kann man dort die unterschiedlichsten Produkte finden:
Historischen Details: Antike Türen, Beschläge oder Gusseisenheizkörper
Modernen Baustoffen: Fenster, Sanitärobjekte, Bodenbeläge oder sogar ganze Stahlträger
Rohstoffen: Altholzbalken, Ziegelsteine oder Natursteinplatten
Wie komme ich an gebrauchte Baustoffe oder Bauteile?
Hier kannst du dir einmal beispielhaft den Bauteil-Katalog der Bauteilbörse in Bremen anschauen!
Eigene Darstellung nach der Masterthesis von Christin Schäfers M.Sc.
Infos zu nachhaltigen Baustoffen
Um sich über nachhaltige Baustoffe zu informieren, gibt es digitale Materialbibliotheken. Hier werden nachhaltige Roh- bzw. Baustoffe gelistet und in ihren Eigenschaften beschrieben. Dabei gehen die Websites bei der Betrachtung in unterschiedliche Tiefen.
Neben einer allgemeinen Informationen und Kennwerten findet man Aussagen über Herkunft, Entstehung und Herstellung. Aber auch Aspekte wie das Risiko für die lokale Umwelt oder die Kreislauffähigkeit werden angegeben.
Nicht alle dieser Websites sind für Privatleute zugänglich. Hier zeigen wir euch aber einmal 2 Materialbibliotheken, die jeder einsehen kann:



